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Firmung – Fest der Handauflegung, Fest der Freundschaft

In erster Linie ist das Sakrament der Firmung, als „Sakrament der Eingliederung in die christliche Gemeinschaft“ bekannt. Die jungen Leute entscheiden sich nun selber, ob sie dazu gehören wollen oder nicht. Ich habe mich heute entschieden einmal zwei andere Aspekte herauszuheben: Firmung als Fest der „Handauflegung“ und als „Fest der Freundschaft“. Was heißt das?
Die Firmung steht im Juni in unserer Pfarreiengemeinschaft an. Über 80 junge Leute haben sich zur Vorbereitung angemeldet. Das ist ein gutes Zeichen. Viele Jugendliche haben sich nun seit geraumer Zeit mit ihren Katecheten und Katechetinnen auf den Weg gemacht, um sich auf das Sakrament vorzubereiten. Das kann nicht an unseren Gemeinden vorbeigehen und sollte wahrgenommen werden. Viele sind vielleicht der Meinung, dass das Sakrament der Firmung nicht so spektakulär ist, wie das der Taufe oder der Erstkommunion. Dabei stehen diese drei Sakramente in ganz enger Verbindung miteinander. In der Taufe stehen die Eltern noch stellvertretend für ihre Kinder mit dem „JA“ zum Glauben und der Eingliederung in die christliche Gemeinschaft ein. Bei der Eucharistie spüren die Kinder zum ersten Mal ganz bewusst, dass sie Teil dieser christlichen Gemeinschaft sind, wenn sie zum Tisch des Herrn geführt werden. Jetzt, bei der Firmung sollten sie dieses von ihren Eltern gesagte „JA“ zum Glauben aus eigener Entscheidung sagen können. Mit dem eigenen „JA“ ist auch die Eingliederung in die Gemeinschaft der Christen fertig und vollendet. Das „JA“, das freiwillig und aus Überzeugung gesagt werden sollte, ist mit der Übernahme von Verantwortung im Hinblick auf ein Handeln aus dem christlichen Glauben heraus verbunden. Die Firmung ist also ein Sakrament der Eingliederung, der Verantwortung und Freiheit. Das wäre aber noch zu wenig gesagt.
Die Jugendlichen werden bei der Firmung vor dem Bischof oder Zelebranten stehen. Schon allein diese Körperhaltung weist darauf hin, was der Heilige Geist Gottes, der bei der Firmung eine wesentliche Rolle spielt, bewirken wird. Er soll den jungen Leuten zu einem guten „Stehvermögen“ verhelfen, ihnen „Standhaftigkeit“ schenken, wenn es Schwierigkeiten im Leben und im Glauben gibt. Wir werden die jungen Leute nicht vor allen Problemen und Leiderfahrungen des Lebens bewahren können, aber wir können in ihnen das Vertrauen auf die Begleitung und Stärkung des Geistes Gottes fördern. Das drückt auch der Bischof oder Zelebrant aus, wenn er die Hände auf den Kopf der Firmbewerber und Firmbewerberinnen legt und um Gottes Geist bittet. Der Heilige Geist möchte Beistand sein. Ähnlich zeigen es die Firmpaten, wenn sie den Firmbewerbern von hinten die Hand auf die Schulter legen und ihnen „Rückendeckung“ geben. Gibt es nicht eine schönere Geste, ein bestärkenderes Gefühl, darauf vertrauen zu können, dass die jungen Menschen in ihrem Glauben und Leben im Sakrament der Firmung Unterstützung erfahren dürfen?
Wir selber wissen wie notwendig es manchmal in unserem Leben ist, Beistand durch einen Menschen, durch die Nähe Gottes und seinen Geist, ebenso durch die Freundschaft zu Jesus, erfahren zu dürfen. Das alles ist ein wertvolles Geschenk, aus dem genauso wir, auch wenn die Firmung vielleicht schon lange hinter uns liegt, immer wieder Kraft für unseren Glauben und unser Leben schöpfen dürfen. Wir müssen es uns nur neu bewusst machen.
Ich möchte sie heute dazu einladen, die jungen Leute mit unserem Gebet um den Heiligen Geist auf dem Weg zur Firmung zu begleiten und ihnen unsere Rückendeckung zu geben, damit es ihnen gelingt ihren Glaubens- und Lebensweg in verantwortlichem christlichem Handeln zu gehen.
Die Firmung – ein Sakrament mit noch viel mehr Facetten, die ich hier mit seinen Kostbarkeiten gar nicht ausfalten kann. Für die Firmlinge, so wie für uns, kann es immer noch faszinierend und bereichernd sein. Gerade jetzt, in einer Zeit die von Umbrüchen und Unsicherheiten gebeutelt ist. Entdecken wir dieses Sakrament für uns neu, dann werden wir erfahren, dass es immer noch sehr aktuell und gar nicht so unspektakulär ist. Denn Gott selber ist es, der auf uns zukommt mit seiner Liebe und Freundschaft. Wenn wir uns nur darauf einlassen, dann kann etwas Großartiges daraus entstehen.

Herzlichst, Ihre Gemeindereferentin Beate von Wiecki-Wiertz