Willkommen

 

Liebe Mitchristen!

„Seht, ich mache alles neu…“, so lautet ein Satz aus dem Buch der Offenbarung, der mich im Moment auf besondere Weise anspricht. Irgendwie passt er in unsere derzeitige Situation hinein. Man hat das Gefühl alles ist neu und im Wandel. Da gibt es ein neues Leitungsteam, das nun öffentlich bekannt gemacht wurde und für die Pfarrei der Zukunft eingesetzt ist. Da werden neue Gremien aufgestellt, ein Rat der Pfarrei soll neu gewählt werden usw. und so fort. Für Viele steht dieses Neue aber nicht unbedingt im Zusammenhang mit der positiven Verheißung in der Offenbarung. Da heißt es nämlich im Vorfeld „Er wird alle Tränen von ihren Augen abwischen: Der Tod wird nicht mehr sein, keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal. Denn was früher war, ist vergangen. Er, der auf dem Thron saß sprach: Seht, ich mache alles neu.“ Aber in diesem tröstlichen Verständnis können viele noch nicht mitgehen. Da ist Trauer und Wehmut, nicht nur, weil wir uns jetzt vom Sommer verabschieden müssten, sondern von vielen liebgewordenen Dingen. Da wird für manchen die Zeit des Trauermonats November zum signifikanten Symbol der eigenen Trauer. Die Pfarreien, Pfarrgemeinde-, Verwaltungs-, Kirchengemeinde- und Pfarreienräte, die über Jahrzehnte Bestand hatten, werden aufgelöst. Viele fragen sich in dieser Zeit, wie es wohl weitergeht. Trotzdem ist es erstaunlich, wieviel Potenzial, Kraft und Leben in den vielen Rückmeldungen des „Ressoucenchecks“ liegen, indem viele Gruppierungen in unseren Gemeinden ihr derzeitiges Engagement beschreiben, aber auch ihren Anfragen, Bedenken und Ideen hinsichtlich der neuen Pfarrei der Zukunft eine Stimme geben.
An dieser Stelle möchte ich Papst Franziskus zitieren, der einmal eine Katechese zur Offenbarung gehalten hat. Er sagte: „Gott ist der Gott der Neuheiten und Überraschungen. Der Vater hat uns geschaffen, weil er uns glücklich will. Der Christ ist ein Mensch des Frühlings, nicht des Herbstes. Es ist nicht christlich, mit einem nach unten gerichteten Blick zu gehen, ohne die Augen auf den Horizont zu richten.“ Die christliche Hoffnung, so Papst Franziskus, gründe auf dem Glauben an Gott, der alles neu mache. Diese Hoffnung führt uns in sein Reich, das bereits hier auf Erden seinen Anfang nimmt, auch wenn dort wie in einem Weizenfeld noch viel Unkraut wächst. Er kennt unsere Leiden, die Leiden dieser Welt, die uns tagtäglich in den Medien und vor Ort begegnen. Aber er gibt uns nicht auf, denn wir sind seine Schöpfung. In diesem Vertrauen dürfen wir auch unseren Weg weitergehen, mit einem Gott, der uns wie ein Vater, eine Mutter begleitet und tröstet.
Schauen wir also nach vorne, nicht resignativ, sondern aufrecht, schöpfen wir Kraft aus diesem Vertrauen. Ich möchte Sie ermutigen die Herausforderungen der nächsten Zeit anzunehmen. Mit den Ihnen von Gott geschenkten Talenten und Begabungen die Welt, sein Reich zu gestalten. Denn es geht um viel wichtigere Dinge, als um die Neuschaffung von Gremien, Ordnungen und Strukturen. Es geht darum, dem Vorbild seines Sohnes, Jesus Christus zu folgen, der uns durch sein Handeln gezeigt hat, dass Gott in dieser Welt wirkt und der uns anhält, diese Welt positiv mitzugestalten. Schauen wir uns um, wo unser Handeln gefordert wird: ob im Trösten, Helfen, Teilen, Ermutigen usw. Denn es gibt noch viel zu tun, damit Gottes Reich hier schon Wirklichkeit wird. Auch Gott hat seine Schöpfung am 6. Tag nicht beendet. Er sorgt weiterhin für uns, so dürfen wir fest seinem Wort vertrauen: „Seht, ich mache alles neu“ In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein festes Vertrauen auf Gottes Verheißung und seinen Segen.

Herzlichst, Ihre Gemeindereferentin Beate von Wiecki-Wiertz