Willkommen

Liebe Mitchristen!

Ein neues Jahr ist angebrochen. Bei den einen gespickt mit neuen Vorsätzen, bei anderen mit dem Gefühl, dass alles so weitergeht wie bisher. Wiederum setzen einige Menschen Hoffnung in das neue Jahr, es möge sich alles zum Guten wenden. Wenn wir auf unsere weltpolitische Situation schauen, so erfüllt uns diese Entwicklung mit Sorge und Ohnmacht. Daher fragen wir uns mehr oder weniger bang: Wie wird dieses Jahr werden? Welche Enttäuschungen, freudigen Ereignisse und welche Überraschungen warten auf uns? Wie entwickelt sich unsere Gesundheit und die unserer Lieben? Welche Abschiede sind zu verkraften und welche Neuanfänge fordern uns heraus. Wird es Sackgassen oder Umwege geben, die wir gehen müssen? Das alles ist noch ungewiss und liegt schemenhaft vor uns. Denn auch uns Christen bleiben holprige und schwere Wege nicht erspart.

Für den Gang in das neue Jahr brauchen wir daher eine gute Portion Zutrauen zu uns selber und zu den Kräften, die in uns stecken, damit wir sie in unserem Alltag heben und einsetzen können. Nur dies allein wäre zu wenig. Wir Christen dürfen auch glauben, dass Gott uns begleitet, dass er zuverlässig an unserer Seite steht und auch gerade dann, wenn Wege vor uns liegen, die wir lieber vermeiden würden. Trotzdem müssen wir diese Wege durch das neue Jahr selber gehen, aber nicht allein. Gott bleibt an unserer Seite und wir dürfen darauf vertrauen, dass er uns liebt und an ein gutes Ziel führt, egal was uns noch erwartet.

Besonders auf unsere Pfarreiengemeinschaften in unserem Bistum kommen große Veränderungen zu. Es bahnen sich neue Entwicklungen an, denen viele Mitchristen mit Sorge und gemischten Gefühlen entgegensehen. Gerade hier dürfen wir darauf vertrauen nicht unterzugehen. Wir können auf unsere von Gott geschenkten Kräfte bauen und im Gegenzug an das Wirken des Heiligen Geistes glauben, der uns durch diesen Wandel begleiten wird.

Ein altes Gedicht von 1901, geschrieben von Hedwig Redern – auf das ich zufällig gestoßen bin – kann dies, wenn auch für uns in einer etwas befremdlichen Sprache, heute noch zum Ausdruck bringen. Da heißt es:

Weiß ich den Weg auch nicht, du weißt ihn wohl,
das macht die Seele still und friedevoll.
Ist’s doch umsonst, dass ich mich sorgend müh,
dass ängstlich schlägt mein Herz, sei’s spät, sei’s früh.

Du weißt den Weg ja doch, du weißt die Zeit,
dein Plan ist fertig schon und liegt bereit.
Ich preise dich für deiner Liebe Macht,
ich rühm die Gnade, die mir Heil gebracht.

Du weißt, woher der Wind so stürmisch weht,
und du gebietest ihm, kommst nie zu spät.
Drum wart ich still, dein Wort ist ohne Trug,
du weißt den Weg für mich, das ist genug.

Hier spricht jemand von einem tiefen Gottvertrauen, dass die „Seele still und friedvoll“ macht. Heute würden wir eher von Gelassenheit reden. Allerdings kommt in den letzten beiden Zeilen ein wenig die Eigeninitiative zu kurz. Denn Gott wartet auch auf unser Mittun und Handeln. Den eigenen Kräften, sowie Gottes Geleit zu vertrauen. Vielleicht liegt in dieser Kombination der Schlüssel um mit Zuversicht durch das neue Jahr zu gehen.

So wünsche ich Ihnen ein gesegnetes neues Jahr, in dem Sie erfahren, dass der Segen Gottes und sein Geleit an den schönen und frohen, aber genauso an den traurigen und schweren Tagen spürbar ist.

Mit herzlichen Grüßen, Ihre Gemeindereferentin Beate von Wiecki-Wiertz

dem schließt sich das gesamte Pastoral- und Büro-Team an