adventskalender

24. Dezember 2022

Ein besonderer Abend

 

Jakob, der Esel schaute verdrießlich seinen Freund, den Ochsen Toni an. Es war weiterhin sehr kalt und daher war es klar, dass sie beide weiter in diesem Stall bleiben mussten. Wie schön wäre es, wenn die Stalltür geöffnet würde und Toni und er diese Holzhütte verlassen könnten. Hier war es eng und meistens eher dunkel. Angenehm roch es hier auch nicht und Toni mit seiner Leibesfülle schränkte ihn in seiner Bewegungsfreiheit ziemlich ein. Toni schaute ihn mit seinen großen Augen an und sagte zu ihm mit seiner dröhnenden Stimme: „Sehnst du dich auch nach Sonne, Luft und Freiraum?“ Jakob erwiderte seinen Blick und antwortete: „Und wie sehne ich mich danach! Würde doch diese ärgerliche Stalltür endlich geöffnet werden.“ Dabei trat er mit einem seiner Hufe kräftig gegen die besagte verschlossene Tür. Es öffnete sich nicht!

Es war schon spät am Tag, fast schon Abend, als die beiden menschliche Worte hörten, die näher kamen. Einer der Sprecher war eindeutig ihr Halter Ruben. Außerdem konnte Jakob noch eine Frauen- und eine Männerstimme identifizieren. Mit einem Ruck öffnete sich die Stalltür und der etwas dickliche Ruben erschien im Dämmerlicht des Spätnachmittags, das durch den nun offenen Eingang zu ihrer Unterkunft schwach hineinleuchtete. Hinter ihm konnte Jakob eine Frau und einen Mann erkennen. Mit dem zweiten Blick sah das graue Langohr, dass die Frau hochschwanger war. Mit Gesten und Worten zeigte ihr Halter dem erschöpft wirkenden Paar eine Ecke im Stall. Sollten die zwei Menschen auch noch in dieser Enge und Tristesse nächtigen? Der Mann und seine Frau nickten, Ruben hielt seine fleischige Hand auf und daraufhin wurden von dem Paar dreißig Silbermünzen dort hineingelegt. Mit einem zufriedenen Grinsen verabschiedete sich der Gastgeber, drehte sich herum und schloss die Stalltür wieder. Allerdings vermisste Jakob den Ton des betätigten Sperrriegels, der es ihm und Toni unmöglich machten, die Tür mit einem Huftritt zu öffnen.

Nun war der Abend hereingebrochen. Das Paar richtete sich, soweit es ging in seiner Ecke ein. Die Frau setzte sich auf das Stroh, nachdem der Mann eine Decke ausgebreitet hatte. Er gab ihr ein wenig Brot zu essen und er reichte ihr einen Schlauch mit Flüssigkeit aus dem die Schwangere begierig trank. In Jakobs Kopf drehten sich die Zahnräder. Denn eine nicht durch einen Riegel verschlossene Tür bedeute, ein Tritt würde genügen und er und der Ochse wären in Freiheit. Ruben hatte sie nämlich nicht angebunden. Toni sah ihn an und schien dasselbe zu denken. Plötzlich stöhnte die Frau schmerzerfüllt auf und riss die beiden aus ihren Gedanken. Die Schreie der werdenden Mutter hörten nicht auf. Jakob wusste, das Kind würde bald zur Welt kommen!

„Toni?“ rief er seinen Ochsenfreund. Der gab ihm zur Antwort: „Ja Meister Langohr!“ Innerlich lächelte Jakob, denn er mochte es, wenn Toni ihm durch diese Bezeichnung deutlich macht, dass sie beide gute Freunde waren. Der Esel fuhr fort: „Also gut, mein Lieber, wir haben zwei Möglichkeiten: Wir öffnen diese Tür und verschwinden in die Nacht und in die Freiheit oder wir bleiben hier und helfen den beiden. Ich glaube der Frau geht es nicht gut, sie hat große Schmerzen und sie friert. Die Geburt ihres Kindes wird nicht einfach. Wir könnten helfen. Toni blickte seinen Stallgenossen lange an und mit einem Blick auf die Menschen sagte er zu Jakob: „Ich denke, die Antwort ist klar. Wir bleiben hier und helfen den beiden oder besser noch bald den dreien. Übrigens sie haben auch einen Namen, den konnte ich raushören: Sie heißt Maria und ihn nennt sie Joseph.“ Damit war die Sache klar. Beide rückten näher an das Paar heran und wärmten sie. Mit guten Gedanken halfen Ochse und Esel ihnen, dass sie die Geburt meisterten.

Auf einmal war das Kind da: Klein und zerbrechlich lag es auf dem Schoss von Maria. Als Jakob es ansah, wünschte er ihm alles Gute und begrüßte ihn auf dieser Welt. Das Kind schaute auch das graue Eseltier mit klarem Blick an. Dabei trat ein helles Licht aus den Augen des Kindes, das den ganzen Stall erfüllte. Plötzlich meinte Jakob eine Stimme zu hören: „Weil ihr Jakob, der Esel und Toni, der Ochse die Geburt des Sohnes Gottes mit Fürsorge und Liebe begleitet habt und darauf verzichtet habt, eure Freiheit zu suchen, sollt ihr belohnt werden: Du Jakob sollst weiterhin bei meinem Sohn bleiben. Mit ihm und seiner Mutter wirst du in das Land Ägypten reisen. Wenn er aufwächst, wirst du bei ihm sein. Er wird den Menschen seiner Zeit durch Worte und Wunder von meiner Freundlichkeit berichten, du sollst ihn dann begleiten und auch wenn er ein letztes Mal nach Jerusalem einzieht, wird er auf deinem Rücken sitzen. Gut soll es die dafür ergehen. Und auch dir dem Ochsen Toni will ich Gunst und Gnade verleihen. Es werden sehr bald Weise aus dem Osten erscheinen. Geh mit ihnen, sie werden gut für dich sorgen!“

Es kam alles so, wie es den beiden gesagt wurde. Nie würden sie diesen besonderen, ja Heiligen Abend vergessen.


P. Albert Seul O.P.

21. Dezember 2022

Heute gibt es eine leckere Nascherei mit viel Schokolade, aber ohne Backen…

 

Zutaten für ca. 40-50 Schokotaler:

200 g Blockschokolade

200 g Butterkekse

100 g Butter

200 g Zucker

50 g Backkakao

 

Zubereitung:

Blockschokolade über dem Wasserbad schmelzen. Währenddessen Butterkekse sehr klein zerbröseln. Außerdem Butter mit Zucker schaumig rühren. Die flüssige Blockschokolade, die zerbröselten Butterkekse und den Backkakao zur Butter-Zucker-Mischung geben und alles zu einer festen Masse verarbeiten.

Die Masse zu mehreren kleinen Rollen mit einem Durchmesser von ca. 5 cm formen. Diese gut zusammendrücken und mit Alufolie umwickeln Danach müssen die Rollen ein paar Stunden oder über Nacht im Kühlschrank richtig fest werden.

Zum Schluss die Alufolie entfernen und von den Rollen ca. 1 cm dicke Scheiben abschneiden.

Lasst es euch schmecken!

19. Dezember 2022

Vom kleinen Engel Willie, der sich nicht traute zu fliegen

„Ich kann nicht. Ich trau mich nicht.“ Wie schon so oft stand Willie, der kleine Engel im Übungsraum am Rand der meterhohen Kiste und schaute in die Tiefe. Ihr müsst wissen, dass Engel fliegen lernen müssen, wie die Menschenkinder laufen lernen. Die kleinen Engel haben einen Fluglehrer, der ihnen zeigt was sie machen müssen, um in die Luft zu steigen und wieder sicher zu landen. Sie üben mit Feuereifer, um bald die Flugschule abzuschließen und als Schutzengel die kleinen Menschenkinder vor Gefahren zu bewahren. Die Flugübungsklasse machte gute Fortschritte.

Nur Willie konnte sich nicht überwinden seine Flügel zu gebrauchen, um nach dem Absprung sicher zu landen. Wieder und wieder stand er mit wackligen Knien, voller Angst am Rand der Übungskiste. Auch der Sturzhelm, den der Fluglehrer ihm aufgesetzt hatte, konnte die Angst nicht verkleinern. Im Gegenteil. Wenn Willie sah, dass die anderen Engel schon frei starten und landen konnten, Pirouetten in der Luft drehten und viel Spaß dabei hatten, traute er sich immer weniger zu.

Eines Tages war es so weit. Die Flugklasse durfte hinunter auf die Erde. Alle waren aufgeregt und voller Vorfreude. Nur Willie folgte den anderen mit hängendem Kopf. Er hatte es nicht geschafft zu fliegen. Im Schlitten, vor den die Rentiere vom Nikolaus gespannt waren, ging es durch die Himmelstür, durch die Wolken hinunter zur Erde. Hier sollte jeder Engel seine Schutzengel-Aufgabe für ein Menschenkind übernehmen. Willie saß zusammengekauert auf der Rückbank des Schlittens und schaute voll Angst zur Erde.

Kurz vor der Landung konnte er von weitem Kinder erkennen, die fröhlich Ball am Straßenrand spielten. Jetzt konnte er schon die Gesichter der Kinder erkennen. Im Augenwinkel sah er plötzlich ein leuchtend rotes Auto um eine Kurve auftauchen. Mit hoher Geschwindigkeit raste das auf die spielenden Kinder zu. Ohne zu zögern sprang Willie auf den Rücksitz vom Schlitten und mit einem riesigen Satz in die Tiefe. Er wirbelte durch die Luft, die Flügel schlugen wild, er torkelte und… in letzter Sekunde riss er ein kleines Mädchen um, bevor das vom Auto überrollt wurde. –

Willie landete verdattert auf dem Boden. Die anderen Schutzengel umringten ihn jubelnd und applaudierten. Jetzt war er ein kleiner Schutzengel-Held. Denn er war nicht nur geflogen und hatte ein Menschenkind gerettet, sondern hatte auch seine Angst besiegt!

Quelle: Anna Zeis-Ziegler, In: Pfarrbriefservice.de

 

16. Dezember 2022

Was wäre der Advent ohne Plätzchen….

Hafertaler

Zutaten:

  • 125 g Butter
  • 100 g Zucker
  • 1 Ei
  • 80 g gehackte Mandeln
  • 90 g Haferflocken
  • 80 g Mehl
  • ½ TL Backpulver

Zubereitung:

Butter, Zucker und Ei schaumig rühren, dann die anderen Zutaten dazugeben. Von dem gut durchgearbeiteten Teig mit dem TL kleine Häufchen auf ein gefettetes Blech setzen und ca. 15 Minuten bei 190° C goldgelb backen.

15. Dezember 2022


Ein Weihnachtsstern für die kleine Oma

 

Wie jedes Jahr im Advent sind viele Fenster weihnachtlich geschmückt. Nur das Fenster von Oma Klein, die von allen in der Straße „die kleine Oma“ genannt wird, ist dunkel und leer. Komisch. Früher hat die kleine Oma immer das schönste Adventsfenster gehabt. Alle wundern sich. Was ist los mit Oma Klein?

Das fragt sich Oma Klein auch. Sie hat einfach keine Lust, ihr Haus weihnachtlich zu schmücken.

„Für wen?“ fragt sie traurig und denkt an ihre Kinder, die nach USA umgezogen sind. Seither fühlt sie sich allein, und das ist kein schönes Gefühl.

„Für mich allein lohnt sich das Schmücken nicht“, sagt Oma Klein. „Es ist ja niemand da, der sich darüber freut.“ Die kleine Oma ist wirklich sehr traurig, doch weil sie über ihren Kummer nicht redet, weiß das keiner. Keiner? Nun, der Winter ist gar nicht damit einverstanden, dass die kleine Oma so traurig ist, und eines Nachts zaubert er eine Eisblume, die wie ein Adventsstern aussieht, an Oma Kleins kahle Fensterscheibe. Wie freut sich da die kleine Oma, als ihr morgens der Stern vom Fenster entgegenfunkelt! Ein Wunder? Lange schaut die kleine Oma auf den Stern, und ihr wird warm ums Herz. „Ich kann mich noch freuen!“ ruft sie und wischt sich ein paar Freudentränen von der Backe. „Schön ist das Leben!“

Da kitzelt ein Sonnenstrahl den Eisblumenstern. Der blinkt Oma Klein einen Abschiedsgruß zu, dann löst er sich in viele kleine Wassertropfen, die langsam die Fensterscheibe herabrinnen. „Danke, Wunderstern!“ ruft ihm die kleine Oma hinterher.

Dann eilt sie in den Speicher, um den Weihnachtsschmuck zu holen. Viel hat sie heute zu tun: Tannenzweige kaufen, das Fenster schmücken, einen Adventskranz binden und backen. Wie jedes Jahr nämlich will sie die Kinder aus der Straße zum Plätzchenessen, Teetrinken und Geschichtenerzählen einladen. Die kleine Oma freut sich darauf, und während sie ihre Vorbereitungen trifft, denkt sie sich neue Geschichten aus, die sie den Kindern in den nächsten Tagen bis Weihnachten erzählen wird.                                                                                       Elke Bräunling

13. Dezember 2022

Das Fest der heiligen Lucia                                                                       

Das lateinische Wort „lux“ heißt auf Deutsch „Licht“. Lucia ist also die Lichtbringerin. Besonders in Schweden wird das Fest dieser Heiligen begangen – am 13. Dezember schenkt man sich dort kleine Aufmerksamkeiten. Mädchen bekleiden sich mit weißen Gewändern, die bis zu den Füßen reichen. Auf dem Kopf tragen sie Kronen, die mit Mistelgrün umwunden sind. Darauf werden Kerzen gesteckt. Das sind „Luciabräute“, und in Schulen und Betrieben finden überall Luciafeiern statt. Die Lichtermädchen ziehen währenddessen von Haus zu Haus, in Krankenhäuser, Altenheime und sogar in Gefängnisse, wo sie Adventslieder singen und kleine Geschenke bringen. In Lucias Heimatstadt Syrakus wurde das Fest schon um 400 n. Chr. begangen. Die zahlreichen Legenden, die sich auch um die heilige Lucia ranken, wollen uns verdeutlichen, dass Lucia ihren festen Halt in Gott hatte und alle irdische Gewalt sie nicht davon abbringen konnte.                                Quelle: G. Weidinger: Mit Kindern das Kirchenjahr erleben

10. Dezember 2022

Die Legende vom Strohstern

Als die Hirten auf den Feldern Bethlehems von der Geburt des Kindes gehört hatten, machten sie sich gleich auf den Weg, um es zu sehen. Auf dem Heimweg überlegten sie, was sie dem Kind bei ihrem nächsten Besuch schenken wollten: frische Schafsmilch, Mehl, Fett und ein warmes Fell.

Nathaniel der kleine Hirtenjunge, hatte nichts zum Verschenken. Das machte ihn traurig. Als er auf seinem Strohbündel lag, konnte er lange nicht einschlafen. Immer musste er an das Kind im Stall denken. Von draußen leuchtete hell der Weihnachtsstern auf sein Lager und tauchte die einzelnen Strohhalme in ein warmes Licht. Da wusste Nathaniel plötzlich, was er dem Kind schenken konnte: einen Stern aus Stroh!

Leise, um die anderen nicht zu wecken, stand er auf. Mit einem Messer schnitt er ein paar Halme zurecht und legte sie zu einem Stern zusammen. Mit einem Wollfaden band er die Halme zusammen.

Am nächsten Tag, als die Hirten gemeinsam aufbrachen, trug Nathaniel den kleinen Stern aus Stroh vorsichtig in seinen Händen. Er wartete, bis die anderen ihre Geschenke dem Kind in die Krippe gelegt hatten. Dann trat er zu dem Kind und hielt ihm mit zitternden Händen seinen Strohstern hin.

Das Kind hielt den Stern fest und lächelte ihn an. Da wurde auch Nathaniel sehr froh.

Nacherzählt von Sabine Stadtfeld

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