Umsetzung der Synode: ein neuer Entwurf von Kirche

Das Bistum Trier geht neue, bisher unbekannte Wege. Wege, die auch einige Veränderungen mit sich bringen. Dies kann Unsicherheiten auslösen und Fragen aufwerfen.

Nicht alle dieser Fragen können jetzt schon beantwortet werden. Dennoch wollen wir versuchen, das darzulegen, was schon vom zukünftigen Weg erkennbar ist, und soweit möglich, auch die Fragen zu beantworten.

Es wird ein zentrales Pfarramt geben, in dem die Verwaltungsarbeit geleistet wird. Zugleich werden an einigen Orten Kirchenbüros eingerichtet, die wie die bisherigen Pfarrbüros Anlaufstellen sind. Diese Büros sind mit dem zentralen Pfarramt digital verbunden.

Auf der Ebene der bisherigen Pfarrei wird es in Zukunft keinen Pfarrgemeinderat oder Verwaltungsrat mehr geben. Eigenständiges ehrenamtliches Engagement kann sich dennoch weiterhin entwickeln und erhält sogar mehr Freiraum als bisher. Es sollen sich Teams von Ehrenamtlichen vor Ort bilden. Dieses Teams sind Ansprechpartner für die Menschen vor Ort und gestalten hier das kirchliche Leben, es kann Teams für pastorale Fragen geben und für Verwaltungs- und Vermögensthemen. Die Teams erhalten eine Beauftragung und je nach Bedarf auch ein Budget. Es gibt ja auch viele Ehrenamtliche, die nicht in Räten eingebunden sind. z.B. in der Liturgie, in der Katechese und in diakonischen Projekten. Das Engagement dieser Menschen zu fördern und sie gut zu unterstützen, ist ein zentrales Anliegen der Synode. Die Kirche lebt von all diesen Orten. Einrichtungen und Engagierten.

Ein ganz klares Nein! Ein zentrales Pfarramt wird eingerichtet. Dort wird die Leitung der Pfarrei der Zukunft ihren Sitz haben. Weitere hauptamtliche pastorale Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen (Priester. Diakone, Gemeindereferentlnnen. Pastoralreferentlnnen) werden dezentral an mehreren Dienstorten, voraussichtlich an den bisherigen Pfarrorten eingesetzt. Sie sollen ja in der Nähe der vor Ort engagierten Ehren­amtlichen eingesetzt sein, um sie zu unterstützen. Der Generalvikar sagt: „Wir wollen weg von einer kleinteiligen Verwaltung, wir wollen nicht weg von einer kleinteiligen Seelsorge“

In der Pfarrei der Zukunft gibt es ein Leitungsteam, das aus drei Hauptamtlichen sowie nach Möglichkeit aus zwei Ehrenamtlichen besteht. Einer der Hauptamtlichen ist der Leitende Pfarrer der Pfarrei der Zukunft. Dieses Leitungsteam ist natürlich am Ort der Verwaltung angesiedelt.

Zusätzlich wird es weitere hauptamtliche MitarbeiterInnen geben, sowohl Priester wie Diakone, Gemeinde- und Pastoralreferentlnnen, die die Seelsorge mitgestalten. Die werden dezentral, wie bisher, in der Fläche vertreten sein. In den ersten Jah­ren wird ihre Zahl in etwa so bleiben wie jetzt.

Die Kirche von Trier wird diakonisch-missionarisch ausgerichtet sein. Das bedeutet, sich mitten unter die Menschen zu begeben, ob nahe oder fernstehende, und für sie da zu sein im Sinne Jesu: „Was willst Du, das ich Du tue?“ (Mk 10,51) Früher sagte man dazu schlagwortartig: Von der versorgten zur sorgenden Gemeinde. Wie alle Schlagworte ist das natürlich zu einseitig. Eine Gemeinde muss auch versorgt werden! Was aber wichtig ist und ganz auf der Linie der Synode liegt, ist der Perspektivwechsel „Vom Einzelnen her denken, Charismen fördern“, der in dieser Ausrichtung zum Tragen kommt.

Unsere Antwort:

Nein, das bisherige Vermögen (und auch die Schulden) bleiben bei der jeweiligen Kirche!!! Dazu zählen Fabrikvermögen, Stellenvermögen und Stiftungsvermögen. Nur die Verwaltung wird zentralisiert. Buchungstechnisch ist das möglich. Das heißt aber auch: Die bisherigen Pfarreien mit ihrer Vermögensverwaltung wird es in dieser Form nicht mehr geben. Vor Ort kann es Verwaltungsteams geben, die der Rat der neuen Pfarrei mit Mandat und Budgets für die von ihnen übernommenen Aufgaben ausstattet. Zweckgebundenes Vermögen darf weiterhin nur für diesen bestimmten Zweck verwendet werden. Auch Spenden bzw. Erlöse bei Festen, die für einen bestimmten Zweck vorgesehen sind. können nur dafür verwendet werden.

Vereinen oder Verbänden in den jetzigen Pfarreien werden weiterhin ihre eigenen Ressourcen behalten.

Unsere Beerdigungskultur hat sich bereits gewandelt. Beerdigungsdienst ist kein Sakrament und daher vom Grundsatz her nicht an die Weihe gebunden. Diesen Dienst werden in Zukunft neben den Priestern auch weitere Seelsorger und Seelsorgerinnen übernehmen, natürlich mit einer entsprechenden Beauftragung. Die damit verbundene Trauerfeier kann in der Kirche stattfinden. Ob das Sterbeamt mit der Trauerfeier verbunden oder an einem an­deren Tag gefeiert wird, werden die pastoralen Mitarbeiter mit dem Rat der Pfarrei gemeinsam beraten und entscheiden.

Entscheidungen werden auf unterschiedlichen Ebenen getroffen. Für die Themen vor Ort werden die Teams vor Ort selbst die meisten Entscheidungen treffen. Einen Rahmen dafür geben der Auftrag und das Budget. Gemeindeteams und andere Gruppierungen vor Ort senden Vertreter in die Synodalversammlung der Pfarrei, die zweimal im Jahr tagt und übergeordnete Fragen bespricht. Diese Synodalversammlung wählt zusammen mit allen Gläubigen den Rat der Pfarrei. Der Rat der Pfarrei ist das hauptverantwortliche Gremium. Ein Ausschuss dieses Gremiums wird die grundsätzlichen Finanzfragen behandeln.